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Verfahren

  • Einleitung

Die Absicht dieses Kataloges und der Verfahrensanweisung ist, die Anwendungs-möglichkeiten und Vorteile dieser Art der Reparatur von Schäden an Rohrleitungselementen zu beschreiben und zu erklären. Rohrabschnitte drucklos zu schalten, Anlagen herunterzufahren und Leitungselemente auszutauschen sind teure und nicht immer die gewünschten Lösungen im Falle einer notwendigen Reparatur. Rohrleitungen, welche aufgrund von Korrosions- oder Erosionsschäden zu versagen drohen, lassen sich durch den Einsatz von „SYNTHO-GLASS“ Fiberglas und Harz Kompositwerkstoffen wiederverstärken und schützen. Weiterhin umfasst unser Programm Methoden zur Abdichtung von Leckagen in Rohrleitungen, Dichtungen und Fittings sowie ein Bandagen-Korrosionsschutzsystem mit dem Handelsnamen „Syntho-Shield“.
Die hier beschriebenen Technologien sind allesamt geeignet für die Anwendung

  • Unter Wasser
  • Unterirdisch
  • Überirdisch
    • Wiederverstärkung durch Einsatz von Kompositwerkstoffen

 

Die Anwendung dieser Technologie ermöglicht es, überaus kostengünstig Reparaturen bei laufendem Betrieb vorzunehmen und somit außerplanmäßige Stillstände zu verhindern. Die beschriebenen Produkte und Methoden reduzieren viele Gefahren und Probleme, die beim aufschweißen von Metallummantelungen oder beim Heraustrennen der entsprechenden Rohrbauelemente entstehen. Auch bietet diese Methode eine sehr kostengünstige Alternative zu vorgefertigten Ummantelungen, welche als Verstärkung auf die Rohrabschnitte aufgeklebt werden. Tatsächlich fertigt man bei der Anwendung unserer Produkte eine solche Ummantelung Vor Ort. Die Anwendung ist einfach, sicher, schnell und kostengünstig.

Die Resultate sind exzellent!

 

    • Zulassungen
      • ASME SEC.451.6.2(B) Case 167, April 1997

 

Kompositwerkstoffe wie Syntho-Glass dürfen per ASME SEC. 451.6.2(b), case 167 vom April 1997 für die Reparatur druckführender Rohrleitungen eingesetzt werden.
Hier ein Auszug aus dem Zulassungsprotokoll:
Case 167: Einsatz von mechanisch aufgebrachten Kompositwerkstoffen in Form von Bandagen zur Reparatur von druckführenden Rohrleitungen (B 31.4)
Anfrage: Unter welchen Bedingungen dürfen mechanisch aufgebrachte Kompositwerkstoffe in Form von Bandagen zur Reparatur von Rohrleitungen eingesetzt werden
Antwort: nach Meinung des Komitees kann diese Art der Reparatur und Wieder-verstärkung an korrodierten aber noch dichten Rohrleitungen dann eingesetzt werden, wenn eine Abstellung des Rohrabschnittes nicht sinnvoll und wirtschaftlich erscheint. Die Vorraussetzungen hierfür sind, dass die Auslegung und das Installationsverfahren für den jeweiligen Ensatz nachgewiesen sind. Der Anwender ist verpflichtet, die Arbeiten von qualifiziertem und geschultem Personal durchführen und dokumentieren zu lassen und die Aufzeichnungen in Anlehnung an § 445 zu archivieren.

      • Department of Transportation

 

Im Dezember 1999 genehmigte das United States Dept. Of Transportation den Einsatz von Kompositwerkstoffen für die Reparatur von Gas- und Gefahrstoff-leitungen aller Art. Der komplette Text und die Änderungen der bis dahin Bestehenden Regelungen sind ebendort einzusehen ( DOT site Section III ).

 

  • SYNTHO-GLASSâ

 

    • Beschreibung
      • Allgemeines

 

Syntho-Glass ist eine patentierte Fiberglas-Bandage, imprägniert mit einem Harz, welches durch Wasser oder Salzwasser aktiviert wird. Die Bandagen sind in hermetisch geschlossen Folientaschen verpackt, sind gebrauchsfertig und bedürfen keinerlei Mess- oder Mischarbeit. Sie können angewendet werden in kalter, heißer, feuchter oder trockener Umgebung. Der Aushärtungsprozess beginnt bei nach 30 bis 60 Minuten. Bei 21°C ist der Aushärtungsprozess in weniger als 24 Std abgeschlossen. Je tiefer die Temperatur, desto länger dauert die Aushärtung.

      • Eigenschaften

 

  • Resistent gegen Kohlenwasserstoffe
  • Hervorragende chemische Resistenz
  • Einzusetzen bei extrem hohen und tiefen Temperaturen
  • Sicher in der Anwendung, ungiftig, unbrennbar und geruchlos
  • Hervorragende Haftung auf den meisten Untergründen wie Stahl, PVC, FRP, Beton, Holz, Glas und den meisten Metallen und Kunststoffen
  • Nach Aushärtung schleifbar und überstreichbar
      • Druckbeständigkeit

 

Die Art der Reparatur und die verschiedenen Beschichtungstechniken bestimmen die Anzahl der Lagen, die übereinander aufgebracht werden müssen. Als „Daumenregel“ sind mindestens vier Lagen vorzusehen, um optimalen Korrosionsschutz zu gewährleisten. Für die Reparatur einer Leckage an einer 20 bar (300psi) Druck führenden Leitung sind acht Lagen Syntho-Glass über der Primärabdichtung vorzusehen. Bei der Wiederverstärkung und Beschichtung von angegriffenen Rohrleitungen wird die Anzahl der Lagen bestimmt durch den Rohrdurchmesser, die Spezifikationen, den Verlust an Wandstärke und die Druckeinstufung des jeweiligen Rohrabschnittes. Am Beispiel einer 6“ Testleitung wurde ein Wanddickenverlust von 50% simuliert. Das Rohr wurde zunächst mit „Syntho-Steel“ beschichtet und dann mit 26 Lagen Syntho-Glass versehen. Bei einem Druck von über 500 bar ( 7500 psi ) versagte die Testvorrichtung, nicht die Beschichtung. Ein Handbuch über die diversen Schichtdicken für unterschiedliche Reparaturfälle ist auf Anfrage erhältlich.

      • Verpackung

 

Syntho-Glass ist in einer dichten Aluminiumtasche verpackt. Da die Luftfeuchtigkeit zur Aktivierung des Harzes ausreicht, darf die Verpackung nicht beschädigt werden und die Tasche erst unmittelbar vor dem Einsatz geöffnet werden.
Für kleiner Durchmesser stehen Rollen von 50 bis 100 mm Breite und bis zu 4,5 m Länge zur Verfügung. Alle notwendigen Komponenten für eine Reparatur sind den sgn. Kits beigepackt. Die verschiedenen Kits für diverse Anwendungen finden Sie weiter vorne in diesem Katalog. Für große Rohrdurchmesser sind Bandagen bis zu einer Breite von 20cm und einer Länge von bis zu 15m erhältlich.

      • Handhabung

 

Syntho-Glass ist ungiftig, haftet aber auf vielen Oberflächen und auch auf der Haut. Deshalb sind die Latex-Handschuhe während des Installationsvorganges immer zu tragen. Vermeiden Sie Kontakt mit Mund und Augen. Weitere Details finden Sie im Sicherheitsdatenblatt ( Anlage )

    • Vorbereitung der zu beschichtenden Oberflächen

 

Es ist unerlässlich, dass die zu beschichtenden Oberflächen frei von losem Schmutz und Rost, Fett, Öl, Chemikalien und Ruß sind. Je saubere die Oberfläche, desto besser die Haftung. Zur Wiederverstärkung von Rohrleitungen sollte die Oberfläche sandgestrahlt werden. Dies ist auch die ideale Vorbereitung für alle anderen Anwendungsfälle. Abhängig von der Oberflächenbeschaffenheit können aber auch die folgenden Reinigungsmethoden angewandt werden:

  • Reinigung mit Handwerkzeugen
  • Reinigung mit Maschinen / Hochdruckwäsche
  • Chemische Wäsche
  • Rotierende Drahtbürste oder Schleifteller
  • Drahtbürste oder Schleifpapier
    • Einsatz von „Syntho“ Epoxy-Produkten

 

Oberflächenanomalien, Locher, Risse, Krater oder undichte Schweißnähte müssen vor der Beschichtung mit Syntho-Glass mit einem Epoxydharz-Produkt gefüllt werden. Je nach Einsatzfall sind verschiedene solcher Produkte erhältlich.

      • SYNTHO-STEEL Epoxydharz

 

Syntho-Steel ist ein stahlverstärktes Zwei-Komponenten Harz und in zweierlei Viskositäten lieferbar: als Kitt und als Spachtelmasse.

Der Syntho-Steel Kitt härtet innerhalb kurzer Zeit aus und findet Anwendung bei kleinen Reparaturen, bei denen der Mischvorgang und der Auftrag binnen ca. 5 Minuten abgeschlossen ist.
Lieferbare Gebinde: Sticks zu 56g und 112g

Die Syntho-Steel Spachtelmasse hat eine Topfzeit von etwa einer Stunde. Es wird angewendet auf größeren Flächen und Undichtigkeiten. Die Spachtelmasse ist verstärkt mit Stahlfasern und verfügt über ausgezeichnete Haftungseigenschaften. In Kombination mit Syntho-Glass Bandagen wird eine extrem hohe Druckfestigkeit erzielt.
Lieferbare Gebinde: 227g und 454g

Beide Sorten sind einfach zu mischen und aufzubringen und haften auf nassem Untergrund. Zusätzliche Informationen finden Sie in den Produktdatenblättern.

      • SYNTHO-SUBSEA EPOXY

 

Syntho-Subsea Epoxy ist ein Zwei-Komponenten Epoxydharz, verstärkt mit Kevlar-Fasern*. Diese einzigartige Spachtelmasse wurde speziell für den Einsatz unter Wasser entwickelt. Es füllt sehr effektiv Risse, Löcher und Krater und kann, wie Syntho-Steel als Basisbeschichtung beim Einsatz von Syntho-Glass eingesetzt werden.
Lieferbare Gebinde: 227g und 454g
* Trademark, E. I. DuPond de Nemours, Inc.

      • Erforderliche Werkzeuge
  • Sauberes Wasser, Reinigungsmittel (Lösungsmittel) und Lappen
  • Spachtel, Kittmesser oder anderes Werkzeug zum Auftragen ( bei Kitt )
  • Einmal-Handschuhe aus Latex
  • Plastikspachtel ( Lieferumfang bei Spachtelmassen )

 

 

      • „SYNTHO“ Epoxy-Werkstoffe mischen und auftragen

Wenn die Reparatur darin besteht, ein Leck in einer Leitung abzudichten, muss diese zunächst drucklos geschaltet werden. Die Oberfläche in diesem Bereich muss sorgfältig gereinigt werden, wie beschrieben unter Kapitel 2.2.
Zum Anmischen des Syntho-Steel Kitts wird zunächst die erforderliche Menge vom Stick abgeschnitten. Die äußere mittelgraue Schicht enthält das Harz und der schwarze Kern die Reaktionsaktivatoren und den Härter. Der Stick wird mit der Hand geknetet und gewalkt, bis der Kitt eine homogene dunkelgraue Farbe aufweißt. Dann wird der Kitt sofort auf die Schadensstelle aufgetragen. Die Aushärtung erfolgt nach etwa 5 Minuten. Nach dem Auftrag die Oberfläche mit Wasser befeuchten und glattstreichen. Die Randzonen der Reparaturstelle sehr sorgfältig glätten, damit eine dichte Verbindung mit dem Grundwerkstoff erzielt wird. Dieser Vorgang ist auch wichtig beim Einsatz auf feuchtem Untergrund, um das Wasser unter dem Kitt zu verdrängen.
Syntho-Steel und Syntho-SubSea Spachtelmasse sind vordosiert. Gießen Sie die gesamte Menge an Härter ( Komponente B) in den Harzbehälter. Benutzen Sie hierfür den mitgelieferten Kunststoffspachtel. Der Inhalt muss vollständig genutzt werden. Dann werden beide Komponenten solange vermischt, bis eine homogene Masse ohne sichtbare Streifen entsteht. Achten Sie darauf, dass das Material von den Behälterwänden und dem Boden mitverarbeitet wird! Beide Komponenten sind farblich eindeutig zu unterscheiden, sodass die Farbveränderung beim Mischvorgang eindeutig erkennbar ist. Versuchen Sie nicht, Teile der Gebinde zu vermischen. Zur optimalen Aushärtung sind die Mischungsverhältnisse genau einzuhalten.
Syntho-SubSea Spachtelmasse wird außerhalb des Wassers angemischt und dann vor Ort transportiert. Für beide Spachtelmassen gilt: die Übergänge zum Grundmaterial sauber ausstreichen und die Massen mit Druck einmassieren, damit evtl. vorhandene Feuchtigkeit zwischen Grundmaterial und Spachtelmasse verdrängt  werden. Die Werkzeuge zum Auftragen der Spachtelmasse mit Wasser oder Verdünnung zu befeuchten vereinfacht diese Arbeiten und erleichtert die Reinigung. Unregelmäßigkeiten auf den Rohren werden zunächst mit einer dünnen Schicht sehr sorgfältig und unter Anwendung von Druck gefüllt, damit Luftblasen und Wasser-rückstände verdrängt werden. Erst dann wird die gewünschte Schichtdicke aufgebaut. Sollten mehrere Schichten aufgebracht werden, so sollte die erste Schicht nach Aushärtung angeschliffen werden. Normalerweise ist der Auftrag einer Schicht von 25 bis 30mm ausreichend. Es können Schichtdicken von bis zu 250mm in einem Arbeitsgang aufgebracht werden.
Zusätzliche Informationen und technische Daten entnehmen Sie den Produktdatenblättern.
WICHTIG: Es ist nicht notwendig die komplette Aushärtung der Spachtelmassen abzuwarten, wenn eine zusätzliche Verstärkung mit Syntho-Glass Bandagen vorgesehen ist. Im Gegenteil: die optimale Verbindung zwischen beiden Werkstoffen entsteht, wenn sie in nassem Zustand zusammengebracht werden.

 

    • Einsatz von SYNTHO-GLASS, Verfahrensweise und Techniken

Wenn Syntho-Glass Bandagen über eine Erstbeschichtung aufgebracht werden, wird vor Ort eine Ummantelung aus Kompositwerkstoffen entsprechend der Anforderungen an die jeweiligen Reparaturfälle hergestellt. Die Druckbeständigkeit nimmt logarithmisch mit der Anzahl der Lagen von Syntho-Glass zu. Der unter Pos. 2.1.3 beschriebene Prüfaufbau hält bei einer Lagenzahl von 26 einem Druck von 7500psi Stand. Wären hier nur acht Lagen gewickelt worden, so wäre lediglich eine Beständigkeit gegen einen Druck von 1000psi gewährleistet.

Syntho-Glass wird durch Wasser aktiviert, einschließlich der Luftfeuchtigkeit und ist temperaturempfindlich. Je höher die Temperatur, desto schneller setzt die chemische Reaktion der Aushärtung ein, was sich unmittelbar auf die Zeit, die zur Anbringung zur Verfügung steht, auswirkt. Wenn die Bandage während der Montage beginnt auszuhärten, so ist eine ordnungsgemäße Verwendung nicht mehr gewährleistet.
In diesem Falle den Rest der Rolle nicht mehr verwenden sondern abschneiden und verwerfen.

Obwohl Syntho-Glass ungiftig und unbrennbar ist, sollten Standardvorsichtsmaßnahmen berücksichtigt werden: Schutzhandschuhe ( Lieferumfang ), Schutzbrille und langärmelige Kleidung sind bei der Arbeit mit Syntho-Glass empfohlen. Das Harz von Syntho-Glass und die Epoxy-Produkte haften auf der Haut und können Hautirritationen hervorrufen ( s. Sicherheitsdatenblatt ).

Syntho-Glass sollte an einem kühlen und trockenen Ort aufbewahrt werden. Die Taschen sollten bis zur Montage nicht direktem Sonnenlicht ausgesetzt sein. Syntho-Glass ist zwei Jahre lagerfähig. Das Produktionsdatum ist auf jedem Paket vermerkt. Syntho-Glass sollte keinesfalls in Temperaturen oberhalb von 35°C gelagert werden.

Zur Aktivierung sollte immer sauberes und kaltes oder lauwarmes Wasser benutzt werden. Warmes oder heißes Wasser verkürzt die Verarbeitungszeit enorm!

Die Folientasche erst unmittelbar vor der Montage öffnen, nachdem alle Vorbereitungen
( Reinigung der Oberfläche und evtl. Aufbringen einer Epoxydharz-Schicht ) abgeschlossen sind.

      • Notwendige Werkzeuge

 

  • Sauberes Wasser
  • Sauberer Behälter für Wasser
  • Pumpsprühgerät oder Handsprühflasche
  • Latex-Einmalhandschuhe ( Lieferumfang )
  • Saubere Lappen oder Papiertücher
  • Schere
  • Folie ( bei  nicht zu warmen Bauteilen )
      • Auswahl der Rollenabmessungen, Schichtdicken
        • kleine Durchmesser bis 6“ ( DN 150 )

 

Die folgende Tabelle zeigt die Rollengrößen in Abhängigkeit vom Durchmesser der Leitungen bist zu einem Betriebsdruck von 300psi
( ca. 20 bar )

Nennweite Rohr

Rollengröße

DN 15 – DN 25 ( ½“ – 1“ )

2“ x 5’

DN 25 – DN 50 ( 1“ – 2“ )

3“ x 9’

DN 65 – DN 100 ( 2 ¼“ – 4“ )

4“ x 15’

DN 100 – DN 125 ( 4 ¼“ – 5“ )

4“ x 20’

DN 125 – DN 150 ( 5 ¼“ – 6“ )

4“ x 30’

Grundsätzlich reicht eine Beschichtung mit vier Lagen Syntho-Glas als Korrosionsschutz aus.
Bei der Abdichtung von Leckagen an Rohrleitungen, welche Druck bis zu 300psi ( 20 bar ) führen, sind acht Lagen vorzusehen.
Bei Reparaturen im Falle von  Wanddickenverlust an Rohrleitungen, welche Druck bis zu 300psi ( 20 bar ) führen, sind ebenfalls acht Lagen vorzusehen.

        • Größere Durchmesser und hohe Drücke

 

Die Anzahl der Lagen Syntho-Glass, die für eine Reparatur von Rohrleitungen von DN 200 ( 8“ ) oder größer vorzusehen ist unterschiedlich, abhängig von den jeweiligen Spezifikationen und der Reparatur selbst. Um die Anzahl der Lagen zu ermitteln, sind folgende Informationen notwendig:

  • Nennweite des Rohres
  • Rohrspezifikation / Nenndruck
  • Restwanddicke im Bereich der Reparaturstelle
  • Betriebsdruck

Die Originalwanddicke und der Auslegungsdruck des Rohres kann für die Bestimmung ebenfalls genutzt werden. Ein Handbuch hierfür ist auf Anfrage erhältlich.

      • Empfehlungen für die Anzahl der einzusetzenden Monteure

 

Beim Einsatz unter Wasser sind grundsätzlich zwei Taucher vorzusehen, bei größeren Durchmessern drei.
Montagen an Land bis zu einem Durchmesser von DN 150 ( 6“ ) können von einen Techniker vorgenommen werden. Durchmesser bis DN 300 ( 12“ ) sollten von zwei Monteuren vorgenommen werden. Ein Monteur sollte dabei die Bandagen während des Wickelvorganges mit Wasser besprühen.
Bei Durchmessern oberhalb von DN 300 ( 12“ ) sollten die Arbeiten von mindestens drei Technikern durchgeführt werden. Je ein Techniker steht auf beiden Seiten der Reparaturstelle zur Montage der Bandagen, während der dritte die Bandagen mit Wasser besprüht.

      • Montagetechniken

 

Nach Öffnen der Folientasche wird die Bandage für nicht mehr als 20 Sekunden unter Wasser getaucht und geknetet. Bei extrem hohen Temperaturen oder hoher Luftfeuchtigkeit sollte zum Befeuchten der Bandage ein Sprühgerät ( Pumpflasche oder Drucksprühgerät ) eingesetzt werden. Hiermit wird ein feiner Nebel kalten Wassers während des Montagevorganges zwischen die einzelnen Lagen Syntho-Glass gesprüht. Diese Technik wird auch bei der Umwicklung größerer Durchmesser angewandt.
Wichtig: Syntho-Glass Bandage niemals mit Wasserstrahl oder großen Mengen Wasser bespritzen. Das Harz in den Bandagen kann so ausgewaschen werden. Die sparsame Menge eines feinen Sprühnebels zwischen den Lagen reicht für die Aktivierung des Harzes völlig aus.
Je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit liegt die für die Montage zur Verfügung stehende Zeit zwischen 15 und 30 Minuten.

  • Es wird empfohlen, Syntho-Glass Bandagen spiralförmig um das Rohr in eine Richtung mit einer Überlappung von 50% anzubringen bis das Ende der Rolle oder die Grenze des Reparaturbereiches erreicht ist. Ab dem Ende des Reparaturbereiches wird der Wickelvorgang in die entgegengesetzte Richtung fortgesetzt. Die Wickelrichtung niemals innerhalb einer Lage wechseln!

 

  • Beste Haftung wird erzielt, wenn die Bandagen, über die die nächste Lage aufgebracht werden soll, noch nicht ausgehärtet sind. So wird eine gleichmäßige Festigkeit über die gesamte Breite und Dicke der Ummantelung erzielt. Jede Lage wird so in die vorherige integriert.
  • Die Bandagen haben das Bestreben, sich an den Seiten aufzurollen. Dem arbeitet man entgegen, indem man die Rollen regelmäßig um 180° dreht und stramm um das Rohr zieht. Hierdurch erzielt man eine gleichmäßige und wesentlich straffere Umwicklung der Schadstellen. Dies ist besonders wichtig bei großen Durchmessern.
  • Nach dem Anbringen der ersten acht ( bzw. vier ) Lagen muss das Harz durch kneten und walken der Bandagen in Wickelrichtung in das Gewebe und die Zwischenräume eingearbeitet werden. Dieser Vorgang muss während des gesamten Montagevorgangs fortgesetzt werden. Die Bandagen werden solange in dieser Form bearbeitet, bis der Aushärtevorgang einsetzt.
  • Beide Enden der Ummantelung sollten zum Rohr hin flach auslaufen. Das bedeutet, dass die Anzahl der empfohlenen Lagen über der eigentlichen Reparaturstelle liegen und dann nach außen hin abnehmen. So verteilen sich die Belastungen gleichmäßig in der Ummantelung.
  • Gemäß ASME – Zulassung sollte die Ummantelung die eigentliche Reparaturstelle um 50% nach beiden Seiten überragen. Bei einem auf einer Länge von 200 mm beschädigten Bauteil muss also 100 mm vor der Schadensstelle mit der Ummantelung begonnen und 100 mm hinter derselben geendet werden.
  • Die chemische Reaktion zwischen Wasser und Harz führt zu einer leichten, aber spürbaren Erwärmung der Bandage. Überschüssiges Wasser und die Feuchigkeit auf der Rohroberfläche wandern nach außen. Auch das überschüssige Harz hat das Bestreben, an die Oberfläche der Ummantelung zu wandern. Man kann nach der Montage die gesamte Ummantelung mit 2-3 Lagen Plastikfolie umwickeln und erzielt so eine sehr feine Oberfläche ( nur bei nicht zu warmen Bauteilen! )
  • Beim Einsatz unter Wasser sollte Plastikfolie immer verwendet werden um zu verhindern, dass das Harz durch Wasserbewegung oder Strömung ausgewaschen wird.
  • Wenn die Reparaturstellen direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, sollten diese etwa 24 Std nach der Montage angeschliffen, gereinigt und mit einer UV-Schutzfarbe oder Epoxy-Schicht überzogen werden.
      • Installation bei kalten Temperaturen

 

Bei Temperaturen unter 2°C sollte dem Wasser ein methylalkoholhaltiges Frostschutz-mittel zugesetzt werden. Wenn das Wasser während des Montagevorgangs gefriert, ist eine ordnungsgemäße Aushärtung des Harzes nicht gewährleistet. Nach erfolgter Montage wird die Montagestelle mit Plastikfolie überzogen und mit Heizdecken oder Ähnlichem beheizt. Syntho-Glass härtet nicht selbsttätig aus bei Temperaturen unter 4°C

      • Installation bei heißen Temperaturen

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Verarbeitungszeit von Syntho-Glass bei hohen Temperaturen oder großer Luftfeuchtigkeit zu verlängern:

  • Syntho-Glass bis zum Einsatz kühl und trocken lagern und nicht dem Sonnenlicht aussetzen
  • Bandagen mit kaltem evtl. mit Eis versetztem Wasser aktivieren
  • Folientasche bis unmittelbar vor dem Einsatz geschlossen halten
  • Bandagen nicht unter Wasser tauchen, sondern während des Wickelvorganges besprühen
      • Reaktionszeiten in Abhängigkeit von der Temperatur

 

Die angenäherten Reaktionszeiten, nicht die Aushärtezeiten sind:

35° C

23 Min

21° C

28 Min

15° C

45 Min

10° C

1 h 25 Min

7° C

2 h 42 Min

1,5° C

6 h 21 Min

    • Reparatur einer Leckstelle in drucklosem Zustand

 

Auch wenn eine Reparatur in drucklosem Zustand durchgeführt wird, ist es nicht ausreichend, Syntho-Glass alleine zur Abdichtung einzusetzen. Die Abdichtung erfolgt durch:

  • Abdichtung der Leckstelle mittels eines Syntho-Epoxy-Produktes, wie Syntho-Steel Kitt, Syntho-Steel Spachtelmasse oder Syntho-SubSea Spachtelmasse
  • Aufbringen eines Buthylstreifens
  • Auftrag von Syntho-SubSea unter Wasser.

                                  
Nach der Abdichtung wird die empfohlene Anzahl von Lagen Syntho-Glass über die Schadstelle gewickelt. Bevor die Leitung wieder mit Druck beaufschlagt wird, müssen die Syntho-Glass Produkte ausgehärtet sein. Es wird empfohlen, zu Kontrolle in der Nähe der Reparaturstelle eine kleine Menge des eingesetzten Epoxy-Produktes zu belassen. Hieran kann der Aushärteprozess verfolgt werden. Die genaue Aushärtezeit hängt von mehreren Einflüssen ab. Alle Syntho-Produkte sind innerhalb von 24 Std. bei Temperaturen oberhalb von 20°C ausgehärtet. Oberhalb von 25°C beträgt die Wartezeit zur Wiederinbetriebnahme der Rohrleitung zwei Stunden.
Der volle Betriebsdruck sollte langsam ansteigend wiederhergestellt werden.

  • SYNTHO-SHIELD: Korrosionsschutz und mechanischer Schutz

 

Syntho-Shield ist ein innovatives Verfahren zum Schutz vor Korrosion und mechanischen Beschädigungen unter Wasser, unter und über der Erde. Das „Petrolatum Band“ verhindert Korrosion und der darüber aufgebrachte Mantel aus Syntho_Glass gibt den mechanischen Schutz. Hier werden keine weiteren Komponenten benötigt, kein Spezialwerkzeug oder besondere Ausrüstung. Dieses einmalige System wurde entwickelt als kostengünstige und einfache Beschichtungsvariante mit herausragenden mechanischen und korrosionsschützenden Eigenschaften

    • Syntho-Shield Anwendungen:

 

Korrosionsschutz, Isolation, Abdichtung und wasserdichter, mechanischer Schutz an

  • Rohren, Flanschen und Armaturen unter Wasser, über und unter der Erde
  • Pipelines und Bohrplattform-Unterkonstruktionen
  • Beton- und Holzteilen in den Uferzonen
  • Schleusen- und Brückenbauelementen
  • Kommunalen Wasser- und Abwasseranlagen
    • Eigenschaften:

 

  • Widersteht extremen Temperaturen
  • Einfach in der Anwendung, kein Dosieren oder Mischen
  • Resistent gegen Wasser, Säuren, Salze und organische Verbindungen
  • Minimale Vorbereitung des Untergrundes
  • Schneller Langzeitschutz, sofort einsatzbereit
  • Ungiftig, lösemittelfrei

 

    • Notwendige Werkzeuge
  • Sauberes Wasser
  • Sauberer Behälter für Wasser
  • Pumpsprühgerät oder Handsprühflasche
  • Latex-Einmalhandschuhe ( Lieferumfang )
  • Saubere Lappen oder Papiertücher
  • Schere
  • Folie

 

    • Techniken und Installationshinweise
  • Vorbereiten des Untergrundes gem. Kap. 2.2
  • Das Petrolatum-Band straff und mit einer Überlappung von 50% anbringen. Die Säume werden feste mit der Hand angedrückt und Luftblasen in Wickelrichtung herausgestrichen
  • Syntho-Glass gemäß Vorschrift mindestens vierlagig  aufbringen ( 2/3 Überlappung! )
  • Anschließend mit Folie überziehen, damit die Einsatzstelle nicht verschmutzt und das Harz nicht ausgewaschen wird (wichtig beim Einsatz unter Wasser! )
  • Ein UV-Schutzanstrich ist empfohlen, wenn die Beschichtung direktem Sonnenlicht ausgesetzt ist.
  • In Tidenzonen oder Bereichen starker Strömung oder sonstiger schwerer mechanischer Beanspruchung sind acht Lagen Syntho-Glass empfohlen

 

 

Mechanische, elektrische und chemische Eigenschaften:

  • Zugfestigkeit:                          2.560 kg/cm2
  • Biegefestigkeit                        1.833 kg/cm2
  • Druckfestigkeit                            567 kg/cm2
  • Isoliervermögen                       16.060 V
  • Temperaturbeständigkeit        Dauerbelastung: 150°C, kurzzeitig bis 280°C
  • Aushärtezeit                                   28 Minuten bei 22°C

 

Chemische Beständigkeit ( Testzeitraum: 2 Monate bei 22°C )

                                   Veränderungen:

  • Schwefelsäure 10%                 keine
  • Schwefelsäure 50%                 keine
  • Salzsäure 10 %                         keine
  • Salzsäure 50 %                         keine
  • Natronlauge 20%                     keine
  • Diesel                                         keine
  • Toluene                                      keine
  • Xylene                                        keine
  • Benzin                                        keine
  • Salpetersäure 50%                   Bläschenbildung an der Oberfläche
  • Destilliertes Wasser                 keine

           

 

 

Verfahren

  • Syntho-Glass allgemein
  • XT Hochfest
  • Fotos
  • Katalog
  • PTR Anwendung unter Druck
  • Technische Unterlagen

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